Städte: Genf, Zürich, Lausanne, Basel, Zug, Lugano, Zuoz, Leysin
In der Schweiz stehen unterschiedliche Schulwege zur Wahl. Eine öffentliche Schule vor Ort kann einem Kind den Zugang zur Sprache und zum Bildungssystem seines Wohnorts erleichtern. Eine internationale Schule kann einen späteren Umzug vereinfachen. Eine Schweizer Privatschule kann einen nationalen Abschluss mit einem besonderen Sprachangebot oder Internat verbinden.
Keine dieser Möglichkeiten ist grundsätzlich die bessere Bildung. Entscheidend sind die voraussichtliche Aufenthaltsdauer, die Sprachen, in denen Ihr Kind lernen kann, und der spätere Abschluss. Vergleichen Sie danach Schulen mit einem machbaren Schulweg. Oder klären Sie, ob ein Internat wirklich gewünscht ist.
Dieser Überblick behandelt ausgewählte Schulen um Genf, Lausanne, Zürich, Zug und Basel sowie Internate in weiteren Regionen. Er ist ein Ausgangspunkt, kein vollständiges Verzeichnis der Schweizer Privatschulen.
Zuerst den Kanton und die öffentliche Schule prüfen
Für die obligatorische Schule sind die Kantone zuständig. Üblicherweise umfasst sie elf Jahre ab etwa vier Jahren, einschliesslich Kindergarten, Primar- und Sekundarstufe I. Die Struktur unterscheidet sich teilweise: Im Tessin dauert die Sekundarstufe I beispielsweise vier Jahre. Klären Sie Stichtag und Einstufung mit der Wohngemeinde. Die Erziehungsdirektorenkonferenz erläutert den gesamtschweizerischen Rahmen.
Der Unterricht an der öffentlichen obligatorischen Schule ist unentgeltlich. Fragen Sie vor Ort nach Sprachförderung, Mittagstisch, Betreuung und Klassenzuteilung, bevor Sie diese Möglichkeit ausschliessen. Für eine neu zugezogene Familie sagen diese konkreten Angebote mehr aus als ein pauschaler Vergleich von «öffentlich» und «privat».
Auf der Sekundarstufe I werden Schülerinnen und Schüler je nach Modell unterschiedlich nach Leistungsniveau unterrichtet. Anschliessend kommen allgemeinbildende Schulen oder eine berufliche Grundbildung infrage. Letztere ist kein blosser Ersatz für ein verfehltes Universitätsstudium. Sie führt zu einem anerkannten Berufsabschluss und kann weitere schulische Qualifikationen einschliessen.
Die Betriebsbewilligung einer Privatschule und die Anerkennung ihrer Abschlüsse sind zwei verschiedene Fragen. Eine bewilligte Schule kann Programme mit unterschiedlichem Abschlussstatus anbieten. Lassen Sie sich erklären, welche Stelle den konkret vorgesehenen Bildungsgang anerkennt.
Die Zürcher Regel für fremdsprachige Schulen
Zürich beschränkt die Aufnahme an fremdsprachigen Schulen, die seinen Lehrplan nicht vollständig erfüllen. Mögliche Voraussetzungen sind ein vorübergehender Aufenthalt, ein geplanter Umzug in ein fremdsprachiges Land oder die Fortsetzung einer ausserhalb des deutschen Sprachraums begonnenen Schullaufbahn. Klären Sie die persönliche Berechtigung und eine mögliche Fünfjahresfrist mit Schule und Behörde. Massgeblich ist die kantonale Information, nicht allein die geläufige Bezeichnung Lex Aeppli.
Prüfen Sie das vor einer kostenpflichtigen Bewerbung oder der Wohnungssuche. Aus der Aufnahme eines Geschwisterkindes folgt nicht automatisch die Berechtigung eines weiteren Kindes. Es handelt sich um eine kantonale Regel, nicht um ein Verbot für sämtliche internationalen Schulen der Schweiz.
Unterrichtssprache und Abschluss getrennt betrachten
Eine englischsprachige und eine zweisprachige Schule stellen unterschiedliche Anforderungen. Fragen Sie nach der Unterrichtssprache je Fach und Jahrgang, dem erwarteten Einstiegsniveau und der Förderung für Anfänger. Täglicher Französischunterricht ist nicht dasselbe wie Naturwissenschaften und Geschichte auf Französisch.
In der Deutschschweiz sollten Sie auch nach dem Umgang mit Hochdeutsch und Schweizerdeutsch im Schulalltag fragen. Bei einem längeren Aufenthalt verdient die Ortssprache einen klaren Stundenplan und überprüfbare Lernziele. In anderen Regionen kann es um Französisch, Italienisch oder Rätoromanisch gehen; die Schweiz hat vier Landessprachen.
Bei älteren Kindern hilft es, vom Abschluss her zu planen:
- Die gymnasiale Maturität, auch Matur oder Matura, ist der allgemeine Hochschulzugangsabschluss. Verleiht die Schule ein schweizerisch anerkanntes kantonales Zeugnis, oder bereitet sie auf die zentrale Schweizerische Maturitätsprüfung vor? Das sind unterschiedliche Prüfungswege. Das SBFI erklärt beide.
- Das International Baccalaureate Diploma, gewöhnlich in den letzten beiden Schuljahren, hat eigene Fächer- und Prüfungsanforderungen. Das IB Primary Years Programme und Middle Years Programme sind vorgelagerte Programme, keine Hochschulzugangsabschlüsse.
- Ein französisches Baccalauréat oder amerikanisches High School Diploma ist wiederum ein anderer Abschluss. Fragen Sie, welche Fächer, Vertiefungskurse oder zusätzlichen Prüfungen die gewünschte Hochschule verlangt.
Ein IB Diploma garantiert nicht die Zulassung an jeder Schweizer Universität. Fächerwahl, Kurse auf Higher Level, Punktzahl und Sprachkenntnisse können entscheidend sein. Prüfen Sie insbesondere die Vorgaben der ETH Zürich und der EPFL vor der IB-Fächerwahl. Nutzen Sie die aktuelle Zulassungsübersicht von swissuniversities und die Anforderungen des Studiengangs.
Tagesschule oder Internat ist eine eigene Entscheidung
Eine Tagesschule passt, wenn das Zusammenleben und die familiären Abläufe im Vordergrund stehen. Testen Sie den tatsächlichen Schulweg, einschliesslich der Rückfahrt nach Aktivitäten. Ein Schulbus hilft nur dann, wenn auch die erste Abholzeit und letzte Rückkehr zum Kind passen.
Ein Internat kommt infrage, wenn das Kind es möchte und die Betreuung überzeugt. Wer ist nachts zuständig? Wie geht die Schule mit Heimweh oder Krankheit um? Wann und wie werden Eltern über Schwierigkeiten informiert? Lassen Sie sich bei der Besichtigung auch die Unterkunft und die Abendgestaltung erklären.
Ein Wocheninternat verlangt normalerweise eine verlässliche Unterkunft am Wochenende. Ein Vollinternat umfasst nicht automatisch alle Ferien oder jedes Wochenende. Klären Sie Schliesszeiten, Reisen und mögliche Anforderungen an eine Betreuungsperson vor Ort. Aufenthalts- und Versicherungsfragen gehören zusätzlich zu den zuständigen Behörden; ein Schulplatz klärt sie nicht von selbst.
Genf: Campus und Bildungsgang vergleichen
Ecolint, die Internationale Schule Genf, ist eine Stiftung mit drei Tagesschulcampus. Sie bietet nicht an jedem Standort dieselben Programme. Campus des Nations führt das IB-Kontinuum und das berufsbezogene Career-related Programme. La Grande Boissière verbindet ein eigenes früheres Curriculum mit dem IB Diploma. La Châtaigneraie bietet einen IB-Weg und eine Schweizer Maturitätsoption.
Entscheiden Sie bei Ecolint zunächst über Standort und Sprachprogramm. Ein freier Platz muss auch fachlich passen. Der Vertrag verlangt, dass das Kind bei den Eltern oder einer anerkannten nahen verwandten Person mit rechtlicher Betreuungsfunktion lebt. Bei erheblichem Förderbedarf sollten Sie die Kapazität und Gebühren des konkreten Campus früh klären; einzelne Angebote kosten deutlich mehr als das reguläre Schulgeld.
Das Collège du Léman in Versoix ist ein sinnvoller Vergleich, wenn Sie ein Internat oder mehrere Abschlussmöglichkeiten suchen. Genannt werden IB Diploma, IB Career-related Programme, amerikanischer Abschluss, französisches Bac und Schweizer Maturität. Die offiziellen Angaben zum Internatseintrittsalter unterscheiden sich. Lassen Sie die Aufnahmefähigkeit für Alter und Jahrgang Ihres Kindes bestätigen.
Das Institut Florimont in Petit-Lancy ist eine Tagesschulalternative mit französischem oder bilingualem Unterricht sowie Schweizer, französischem und IB-Abschluss. Es beschreibt sich als katholisch geprägt und offen für alle Glaubensrichtungen. Fragen Sie, wie sich das im Unterricht und Schulleben zeigt, und welche Sprachkenntnisse der gewählte Bildungsgang voraussetzt.
Unser Genfer Schulvergleich hilft bei der Vorbereitung. Entscheiden Sie nach Programm, Förderung und Schulweg. Die gemeinsame Lage am Genfersee macht diese Schulen nicht austauschbar.
Lausanne: IB-Tagesschule oder mehrere Abschlüsse
Die International School of Lausanne in Le Mont-sur-Lausanne führt die IB-Programme ab drei Jahren bis zum Diploma. Sie ist eine Tagesschule. In den jüngeren Klassen gehört Französisch zum Angebot; lassen Sie sich den genauen bilingualen Anteil für die betreffende Klasse erklären.
Der Gebührenplan 2026–27 reicht von CHF 14’900 für vier Halbtage in Reception 3 bis CHF 39’380 in Years 12–13. Das sind verschiedene Betreuungsumfänge und Altersstufen, keine Preisspanne für einen einzigen Vollzeitplatz. Ab Year 1 beträgt die Aufnahmegebühr für das erste Kind CHF 5’000. Reception 3 und 4 sind davon befreit. Weitere schulbezogene Kosten und optionale Leistungen kommen hinzu.
Das Collège Champittet ist der passendere Vergleich, wenn neben dem IB auch Schweizer Maturität oder französisches Bac wichtig sind. Der Campus Pully unterrichtet Drei- bis 18-Jährige und bietet Tagesplätze sowie Internat ab elf Jahren. Der frühere Standort Nyon stellte den Betrieb nach Juni 2024 ein, wie die Schulleitung angekündigt hatte.
Champittet veröffentlicht für 2026–27 CHF 112’000 im Vollinternat. Beim Wocheninternat gelten andere Inklusivleistungen. Für Tagesplätze sind Pflichtaktivitäten und weitere Gebühren gesondert einzuplanen. Die offizielle Gebührenseite verlinkt die einzelnen Tarife. Unser Lausanner Schulvergleich erläutert beide Angebote genauer.
Weitere Internate gezielt vergleichen
Die folgenden Schulen sind aus unterschiedlichen Gründen einen näheren Blick wert:
- Das Institut Le Rosey verbindet Rolle mit einem Wintertrimester in Gstaad und bietet IB Diploma oder französisches Bac. Prüfen Sie Sprachvoraussetzungen und saisonalen Standortwechsel. Die Bestätigungszahlung enthält bereits das erste Trimester; addieren Sie sie nicht nochmals vollständig zur Jahresgebühr.
- Das Aiglon College in Chesières kommt infrage, wenn das schulische Programm und die Expeditionen zum Kind passen. Fragen Sie, wie verpflichtende Aktivitäten an unterschiedliche Erfahrungen und Bedürfnisse angepasst werden.
- TASIS Switzerland oberhalb von Lugano bietet Tagesplätze ab drei Jahren und Internat ab Grade 6. Es ist eine amerikanische Schule im italienischsprachigen Tessin. Unser Lugano-Ratgeber beschreibt Lage und Bildungswege.
- Die Leysin American School bietet einen weiteren amerikanischen und IB-Internatsweg. Die für das Profil geprüfte Gebührentabelle nannte kein Schuljahr. Lassen Sie sich ein datiertes Angebot für das gewünschte Eintrittsjahr schicken; weitere Informationen im Leysin-Ratgeber.
- Das Lyceum Alpinum Zuoz bietet Tages- und Internatsplätze im Engadin. Zur Wahl stehen Schweizer Matura und ein internationaler Weg über IGCSE zum IB. IGCSEs sind Fachabschlüsse, die gewöhnlich vor den letzten beiden Schuljahren abgelegt werden. Ein Deutsch-Intensivjahr kann auf den Maturitätsweg vorbereiten. Der Zuoz-Ratgeber erklärt die Unterschiede.
Zu diesem Vergleich gehört auch ein Reiseplan. Klären Sie Flughafen- und Bahntransfers, freie Wochenenden und die Zuständigkeit bei einem ausgefallenen Flug. Die Berglage sollte das Kind ansprechen. Sie ersetzt keine sorgfältige Prüfung der Betreuung.
Zürich und Zug: Sprachen und mehrere Standorte
Die Zurich International School hat Standorte in Wädenswil und Adliswil. Vergleichen Sie sie mit der Inter-Community School Zurich in Zumikon, wenn Sie internationale Tagesbildung suchen. ZIS bietet einen bilingualen deutschen Weg und Advanced-Placement-Kurse neben dem IB. ICS führt das IB-Kontinuum auf Englisch.
ICS veröffentlicht Gebühren für 2026–27 und einen Kapitalbeitrag: CHF 1’000 für Nursery oder CHF 5’000 ab Pre-Kindergarten. Der Nursery-Beitrag wird auf den späteren Gesamtbetrag angerechnet. Beim Übergang entstehen also nicht nochmals volle CHF 5’000. Englischförderung in der Primarstufe ist enthalten; ab Grade 9 nimmt ICS keine Englischanfänger auf. Klären Sie sowohl Sprachkenntnisse als auch die Zürcher Aufnahmevoraussetzungen. Unser Zürcher Schulvergleich führt die Unterschiede aus.
Im Raum Zug betreibt die International School of Zug and Luzern Standorte in Baar und Hünenberg. Prüfen Sie vor der Wohnungssuche, welcher Campus für jedes Geschwisterkind zuständig ist. Das Institut Montana Zugerberg bietet oberhalb von Zug Tages- und Internatsplätze sowie Schweizer Matura und IB. Es ist besonders relevant, wenn ein Schweizer Abschluss oder Internat gewünscht wird.
Die Stadtseite Zug und der Zuger Ratgeber helfen bei der lokalen Auswahl. Zug und Zürich sind unterschiedliche Wohn- und Schulräume, keine austauschbaren Angaben für denselben Schulweg.
Basel: englisches IB oder deutsch-englische Immersion
Die International School Basel führt das IB-Kontinuum an Standorten in Aesch und Reinach südlich von Basel. Die SIS Swiss International School Basel an der Erlenstrasse in Kleinbasel arbeitet mit deutsch-englischer Immersion. Sie bietet die bilinguale Schweizer Matura und optional das IB Diploma.
Beginnen Sie bei ISB, wenn die durchgängigen IB-Programme am wichtigsten sind. Nehmen Sie SIS hinzu, wenn dauerhafte Zweisprachigkeit und ein Schweizer Abschluss zählen. SIS setzt laut eigener Aussage keine Zweisprachigkeit bei Eintritt voraus. Fragen Sie dennoch, wie die Förderung für ältere Anfänger aussieht.
SIS nennt die Gebühren für 2026–27 pro Semester, in einer Tabelle vom 16. März 2026. Vergleichen Sie denselben jährlichen Betreuungsumfang und dieselben Leistungen, wenn eine andere Schule Jahresbeträge ausweist. Unser Basler Ratgeber behandelt beide Standorte und Aufnahmeverfahren.
Mit einem vollständigen Bild des Kindes anfragen
Für Schweizer Privatschulen gibt es keinen gemeinsamen Bewerbungsschluss. Prüfen Sie Termine, Vorrangregeln und Aufnahmejahrgänge jeder Schule. Laufende Bewerbungen bedeuten, dass Unterlagen während des Jahres geprüft werden können. Sie belegen weder einen freien Platz noch die Möglichkeit, mitten in einen Abschlusskurs einzusteigen.
Nennen Sie bei der ersten Anfrage Geburtsdatum, aktuelle Klasse und Lehrplan, Unterrichtssprachen, gewünschten Eintrittstermin und voraussichtlichen Wohnort. Beschreiben Sie Förderbedarf früh genug, damit die Schule ihre Kapazität prüfen kann. Fragen Sie nach Tests, Gesprächen, Probetagen und Sprachvoraussetzungen.
Trennen Sie im Budget jährliches Schulgeld, Internat, nicht rückzahlbare Eintrittsgebühren und rückzahlbare Garantiebeträge. Kennzeichnen Sie Zahlungen, die auf das Schulgeld angerechnet werden. Ergänzen Sie Pflichtreisen, Verpflegung, Transport, Sprachförderung, Versicherung und Abschlussgebühren nur, soweit sie nicht enthalten sind. Lesen Sie Kündigungsfristen und Rückerstattungsregeln vor der Zusage.
Unsere Empfehlung: Wählen Sie eine Schule, deren Programm und Alltag zum heutigen Kind passen und realistische Möglichkeiten für den nächsten Schritt offenhalten. Ein bekannter Name hilft beim Finden eines Prospekts. Für die Entscheidung reicht er nicht.
Freundliche Orientierung, keine formale Beratung. Termine immer bei der Schule prüfen.