Zeitraum: Zurich International School, ein Frühlingssemester Ende der 2010er-Jahre3 Min. LesezeitVeröffentlicht:
Vier Schüler legten zusammen, um die Sandalen ihres Lehrers aufzuwerten
An der Zurich International School trug ein Geografielehrer Hawaiihemd, Strohhut und Socken in Sandalen. Vier Schüler beschlossen, dass ein Teil des Outfits Hilfe brauchte.

Ein Geografielehrer an der Zurich International School trug ein Hawaiihemd, einen Strohhut und Socken in Sandalen. Vier Schüler, die am Tisch vor seinem Büro zu Mittag assen, kamen zum Schluss, dass Hemd und Hut ein Look waren. Die Sandalen waren ein Problem.
Also legten sie ihr Geld zusammen, 160 Franken, und kauften ihm ein Paar Designer-Schlappen.
Er bedankte sich. Er fand sie allerdings auch zu auffällig.
Er fand sie zu auffällig, was ein strenges Urteil ist von einem Mann im Hawaiihemd.
Ich versuche seit vierzehn Jahren, das Schuhwerk meines Mannes zu ändern. Ziel meiner Kampagne ist ein Paar braune Ledersandalen, die er 2011 in Madrid gekauft hat und von April bis Oktober trägt, mit Socken, mit der Begründung, er bekomme kalte Füsse. Ich habe sie zweimal versteckt. Er hat sie zweimal gefunden. Einmal lagen sie im Backofen.
Zu seinem letzten Geburtstag legten die Kinder ihr Geld zusammen, wie die Zürcher Schüler, und kauften ihm ein Paar schicke Turnschuhe. Vierzig Euro zu dritt, plus ein Darlehen von mir, das nie zurückgezahlt werden wird.
Er öffnete die Schachtel beim Frühstück. Er betrachtete die Turnschuhe lange. Er sagte sehr freundlich, sie seien wunderschön. Dann sagte er, sie seien «ein bisschen viel».
Hier muss ich ihn ein wenig verteidigen. Es gibt eine Sorte Mann, und offenbar auch eine Sorte Geografielehrer, die herausgefunden hat, was ihr gefällt, und keinen Grund sieht, sich dafür zu entschuldigen. Ein Schüler oder ein Kind, das ihn verbessern will, schenkt Liebe in Form von Korrektur, und genau das macht sie so schwer anzunehmen.
Der Zürcher Lehrer nahm das Geschenk mit Humor, wie gute Lehrer das tun. Mein Mann nahm seines ebenfalls mit Humor. Er trug die Turnschuhe am nächsten Elternabend in der Schule der Kinder, was diese als vollständigen Sieg verbuchten.
Er trug sie mit Socken. Braunen Socken. Man sagt mir, sie seien quer durch die ganze Aula zu sehen gewesen.
Am nächsten Morgen waren die alten Sandalen zurück. Die Kinder waren am Boden zerstört. Ich war nicht überrascht. Liebe wird bei uns zu Hause mit Schuhwerk ausgedrückt und mit Schuhwerk abgewehrt, und die beiden haben eine Art Waffenstillstand geschlossen.
Die Turnschuhe wohnen jetzt im Flur. Die Sandalen wohnen an seinen Füssen. Über die Socken wird nicht verhandelt, und die Jüngste hat angefangen, für einen Hut zu sparen.
Zu dieser Geschichte: Szenen und Dialoge sind erfunden oder frei nacherzählt. Angaben zu den genannten Schulen stammen aus veröffentlichten Quellen, auf die unsere Schulporträts verweisen.