Sprachen in der Schule

Die Sprache im Unterricht und auf dem Schulhof

Fragt, wie euer Kind im Unterricht lernen und außerhalb der Klasse Anschluss finden wird. Die Unterrichtssprache beantwortet nur einen Teil dieser Fragen.

Ein Kind versteht vielleicht den Unterricht, findet aber beim Mittagessen schwer ins Gespräch. Ein anderes spricht problemlos mit Freunden, braucht jedoch Hilfe beim Lesen oder bei benoteten schriftlichen Aufgaben. Betrachtet schulisches Lernen und soziale Teilhabe getrennt.

Beschreibt zunächst die Sprachen, die euer Kind derzeit nutzt: zu Hause, mit Freunden, im Unterricht und beim Schreiben. Erklärt danach eure voraussichtlichen Pläne. Ein dauerhafter Aufenthalt wirft andere Fragen auf als ein weiterer Umzug während eines Prüfungskurses.

Es geht nicht darum, englischsprachigen, bilingualen oder landessprachlichen Unterricht grundsätzlich vorzuziehen. Entscheidend ist, was das jeweilige Angebot diesem Kind abverlangt und welche Unterstützung die Schule tatsächlich leisten kann.

Trennt vier Sprachfragen

In welcher Sprache wird unterrichtet?

Fragt für den vorgesehenen Jahrgang, welche Fächer in welcher Sprache stattfinden. Prüft auch Bücher, Hausaufgaben, Leistungsnachweise und Abschlussprüfungen, nicht nur die gesprochene Unterrichtssprache.

Ein „bilinguales“ Programm kann beide Sprachen im Wochenverlauf einsetzen, einzelne Fächer einer Sprache zuordnen oder das Verhältnis mit dem Alter verändern. Bittet um einen Beispielstundenplan und eine genaue Erklärung.

Wie wird die Landessprache vermittelt?

Ist sie Pflichtfach, Unterrichtssprache weiterer Fächer oder freiwilliges Zusatzangebot? Fragt nach der Einteilung von Anfängern und Fortgeschrittenen, dem Stundenumfang und der Überprüfung des Lernfortschritts.

Geht nicht davon aus, dass das Leben im Land allein den Sprachunterricht ersetzt, den euer Kind benötigt.

Welche Unterstützung gibt es in der Unterrichtssprache?

Eine Schule kann Kinder fördern, die Englisch oder eine andere Unterrichtssprache erst lernen. Klärt Zugangsvoraussetzungen, betroffene Jahrgänge, Ablauf und mögliche Zusatzkosten.

Was geschieht mit den Familiensprachen?

Fragt, ob eine Familiensprache im Stundenplan, durch betreutes Selbststudium, mit einer externen Lehrkraft oder nur durch eigene Organisation der Familie gelernt werden kann. Klärt Kosten und einen möglichen Abschluss oder ein Zertifikat.

Die Antworten können aus verschiedenen Abteilungen kommen. Bittet die Aufnahmeabteilung, sie vor der Platzannahme zusammenzuführen.

Landessprache als Fach ist nicht dasselbe wie bilingualer Unterricht

Die Oslo International School zeigt, wie die Landessprache an einer englischsprachigen Schule unterrichtet werden kann. Laut ihrer Sprachenseite lernen Schülerinnen und Schüler in Years 1–10 Norwegisch auf drei Niveaus, vom Anfänger bis zum Muttersprachler. Im Kurs Norwegian A nehmen sie in Years 6, 8 und 9 an den norwegischen Nationaltests teil.

Damit ist ein konkretes Programm beschrieben. Offen bleiben die Stunden für euer Kind und seine Gruppenzuordnung. Fragt gezielt nach dem betreffenden Jahrgang.

Die British School of Brussels bietet ein anderes Modell. Ihr französisch-englisches bilinguales Programm reicht von Year 1 bis Year 9. In der Primarstufe unterrichtet die englischsprachige Lehrkraft Englisch und Mathematik; die anderen Fächer finden auf Französisch statt. In Years 7–9 unterscheidet sich die Sprachverteilung nach Fach.

Nach Year 9 wechseln die Kinder in das britische GCSE-Programm und können später ein bilinguales IB-Diplom anstreben. Fragt nach Auswahlkriterien, aktuellem Fachstundenplan und Übergang nach Year 9. Das bilinguale Modell gilt nicht automatisch in gleicher Form für alle Jahrgänge.

Unsere Einschätzung: Vergleicht die tatsächliche Unterrichtsorganisation mit den Voraussetzungen eures Kindes und euren längerfristigen Plänen. Zusätzlicher Sprachkontakt muss damit vereinbar bleiben, dass das Kind die Fachinhalte versteht.

EAL: Fragt nach dem Angebot, nicht nur dem Kürzel

English as an Additional Language (EAL) bezeichnet häufig Englischförderung für Kinder, die Englisch als zusätzliche Sprache lernen. Schulen verwenden auch Bezeichnungen wie ELL oder ELA. Die Kürzel sagen nichts über Umfang oder Art der Unterstützung aus.

Fragt:

  • Dient der Sprachtest der Förderplanung, der Aufnahmeentscheidung oder beidem?
  • Wer erteilt die Förderstunden und wie häufig finden sie statt?
  • Erfolgt die Hilfe im regulären Unterricht, in einer getrennten Gruppe oder in beiden Formen?
  • Welches Fach verpasst das Kind gegebenenfalls durch die Förderung?
  • Wie prüft die Schule Fortschritte und entscheidet über Anpassungen?
  • Ist die Förderung im Schulgeld enthalten?
  • Gibt es sie in allen Jahrgängen, die euer Kind voraussichtlich besuchen wird?

„Förderung ist verfügbar“ sollte zu einer Beschreibung für den Jahrgang eures Kindes führen, nicht das Gespräch beenden.

Prüft die Grenzen in höheren Jahrgängen

Ein Angebot für junge Anfänger kann sich von den Anforderungen an ältere Bewerber unterscheiden. Zwei veröffentlichte Beispiele zeigen, warum das wichtig ist.

Die British International School of Stockholm unterstützt nach eigener Aussage Kinder, die mit wenig oder ohne Englischkenntnisse ankommen. Ihre Aufnahme-FAQ verlangt jedoch Englischkenntnisse für Bewerbungen zum IGCSE- und IB-Diplomprogramm. Die Schule kann außerdem externe Sprachförderung empfehlen, die Eltern bezahlen.

Die Aufnahmekriterien der AIS Vienna unterscheiden Elementary, Middle und High School. In der High School, Grades 9–12, verlangt die Schule fortgeschrittenes oder muttersprachliches Englisch, bezeichnet als C1, und bietet kein EAL. Für die Middle School sind mittlere oder fortgeschrittene Englischkenntnisse erforderlich; die EAL-Plätze sind begrenzt.

Das sind schulbezogene Bedingungen, keine europaweit einheitliche Altersgrenze. Fragt jede Schule, wann die Anforderungen an die Bildungssprache steigen und ob die geplanten Fächer für euer Kind realistisch bleiben.

Vergleicht ihr CAISL, Campion in Athen oder die International School of Hellerup, prüft die aktuelle Förderregelung und die Gebührenliste. Diese drei Porträts sind auf Englisch. Verfügbarkeit, Aufnahmevoraussetzungen und Zusatzkosten sind getrennte Fragen.

Ein bilinguales Programm führt nicht automatisch zu einem eigenen Abschluss

Fragt, welchen Abschluss das Kind erhält, wer ihn vergibt und in welchen Sprachen die Prüfungen stattfinden.

Das niederländische tweetalig onderwijs (TTO) ist beispielsweise bilingualer Unterricht innerhalb des nationalen Systems. Die regulären Abschlussprüfungen bleiben niederländischsprachig. Ein zusätzliches Sprachzertifikat macht aus dem havo- oder vwo-Abschluss kein IB-Diplom. Nuffic erläutert Prüfungen und Zertifikate.

Auch der französische BFI, das IB-Diplom und das Europäische Abitur sind unterschiedliche Abschlüsse. Der Lehrplanratgeber erklärt die Unterschiede.

Hat eine Schule Sprachabteilungen, fragt nach der Zuordnung des Kindes und seines Erstsprachenkurses. Welche Nachweise sind erforderlich? Was geschieht, wenn seine Sprache nicht angeboten wird? Eltern können nicht zwangsläufig jede Abteilung mit einem freien Platz wählen.

Fragt nach der Teilhabe außerhalb des Unterrichts

Erkundigt euch beim Besuch, wie neue Kinder beim Mittagessen, in Arbeitsgemeinschaften, bei Spielen und Gesprächen Anschluss finden. Wer bemerkt, wenn ein Kind isoliert bleibt, und wer kümmert sich anschließend?

Hilfreiche Fragen:

  • Wer begrüßt ein neues Kind in der ersten Woche?
  • Wie unterstützt ihr die Verständigung, wenn Kinder noch keine gemeinsame Sprache sicher beherrschen?
  • Welche Sprachen werden in diesem Jahrgang außerhalb des Unterrichts häufig verwendet?
  • An welche erwachsene Person kann sich das Kind wenden, wenn es ein Problem schwer erklären kann?
  • Wie erfahren Eltern von Schwierigkeiten oder Fortschritten?
  • Könnt ihr die Aufnahmebegleitung beschreiben, ohne private Umstände eines anderen Kindes offenzulegen?

Ein Besuch ist eine Momentaufnahme, keine Garantie für spätere Freundschaften. Verbindet eure Beobachtungen mit den konkreten Vorkehrungen der Schule.

Für einen dauerhaften Aufenthalt sind auch Aktivitäten und Freundschaften außerhalb der Schule wichtig. Englischsprachiger Unterricht kann Teil eines lokal verankerten Lebens sein. Die Schule sollte jedoch keine Beherrschung der Landessprache versprechen, die ihr Programm nicht begründet.

Vergleicht den gesamten Sprachplan

Notiert für jede engere Wahl Unterrichtssprache, Landessprachenunterricht, Förderung, Familiensprachen, Kosten und Prüfungsanforderungen.

Fragt anschließend, was sich mit der Zeit verändert. Ein passendes Angebot in Year 3 beantwortet nicht automatisch die Fragen für Year 10. Falls ihr erneut umziehen könntet, prüft Übergänge zwischen Programmen, bevor ihr auf deren Kontinuität baut.

Wir empfehlen einen Sprachplan, den euer Kind realistisch bewältigen kann, mit verbindlich geklärter Unterstützung bei Bedarf. Soziale Zugehörigkeit und schulische Vorbereitung sind gleichermaßen wichtig. Beides braucht mehr als einen beruhigenden Werbesatz.

Freundliche Orientierung, keine formale Beratung. Termine immer bei der Schule prüfen.

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