Wie viel Englisch braucht das Kind?
Die Graz International Bilingual School, kurz GIBS, unterrichtet ungefähr Zehn- bis Achtzehnjährige in der Georgigasse 85. Englisch ist die wichtigste Unterrichts- und Kommunikationssprache, Deutsch bleibt Teil des Lehrplans. Sie ist die passendere Vergleichsschule, wenn ein Kind englischsprachige Bildung fortsetzen und zugleich Deutsch aufbauen soll.
Das Akademische Gymnasium Graz in der Bürgergasse 15 bietet in der Unterstufe Project English Plus, kurz PEP. Dabei wird Englisch auch in ausgewählten Sachfächern und Projekten eingesetzt, zunehmend über die erste bis vierte Klasse. Das erweitert den Englischkontakt an einem deutschsprachigen Gymnasium. Es ist kein englischsprachiges internationales Programm.
Wer bereits sicher auf Deutsch lernt, kann mit PEP Englisch stärken, ohne das Bildungssystem zu wechseln. Bei geringen Deutschkenntnissen braucht ihr an beiden Schulen einen konkreten Förderplan. GIBS bietet Deutsch als Zweitsprache an. Die Förderung ersetzt jedoch nicht die Beschäftigung mit Deutsch und dem österreichischen Lehrplan.
Matura und IB sind unterschiedliche Abschlüsse
Beide Schulen führen zur österreichischen Matura. GIBS bietet zusätzlich das zweijährige Diploma Programme des International Baccalaureate in der elften und zwölften Schulstufe an. PEP ist ein Unterrichtskonzept, kein IB-Programm und kein eigener Abschluss.
Die internationalen IB-Aufnahmeregeln der GIBS verlangen Wohnsitz und tatsächliche Anwesenheit in der Steiermark sowohl vom Kind als auch von einem Elternteil oder einer erziehungsberechtigten Person. Berücksichtigt werden freie Plätze und fließendes Englisch oder Deutsch. Das ist kein Internatsangebot für allein aus dem Ausland anreisende Jugendliche.
Geprüft werden Mathematik, Englisch und gegebenenfalls Deutsch. Die nicht erstattbare Prüfungsgebühr beträgt 50 €. Auch außerordentliche Schülerinnen und Schüler müssen die österreichischen Fächer zusätzlich zu ihren sechs IB-Fächern besuchen. Fragt deshalb nicht nur nach dem IB, sondern auch nach den möglichen nationalen Zeugnissen.
Den passenden Aufnahmezeitraum nutzen
GIBS führt die Aufnahme in die erste Klasse früh durch. Für 2026–27 lief die veröffentlichte Bewerbung vom 1. bis 20. Dezember 2025, gefolgt von Gesprächen im Januar 2026. Diese Runde ist abgeschlossen. Prüft die nächste GIBS-Ausschreibung, bevor ihr auf die sonst übliche spätere Anmeldung wartet.
Beim Akademischen Gymnasium lief die Erstklassenanmeldung 2026–27 vom 23. Februar bis 6. März 2026. Die Anmeldeseite ist die Quelle für die nächste Runde. Ein späterer Quereinstieg hängt an beiden Schulen von Plätzen, Zeugnissen und der passenden Überprüfung ab. Fragt ausdrücklich nach PEP; nicht jede Klasse hat dieses Angebot.
Kosten trotz öffentlicher Finanzierung
GIBS ist eine staatliche Schule ohne Schulgeld. Die Stiftungsseite nennt aber weiterhin einen Mitgliedsbeitrag von 450 € pro Kind für 2024–25, mit einer freiwilligen Erhöhung auf 650 €. Das sind datierte Angaben, keine bestätigte Gesamtsumme für 2026–27.
Die IB-Aufnahmeseite verlangt von später Eintretenden zusätzlich eine Nachzahlung entsprechend den Beiträgen früherer Jahrgänge. Hinzu kommen Kosten für IB-Prüfungen, Betreuung schriftlicher Arbeiten und Lehrbücher. Lasst den Gesamtbetrag für das erste Jahr und die konkrete Eintrittsklasse schriftlich berechnen. Ein öffentlicher Schulplatz bedeutet hier nicht, dass keine größere Anfangszahlung anfällt.
Auch das Akademische Gymnasium ist öffentlich finanziert. Fragt nach Materialien, Ausflügen und Betreuung, statt eine Privatschulgebühr als Vergleich heranzuziehen.
Testet den Weg vom geplanten Wohnort zur Georgigasse beziehungsweise Bürgergasse. Bei jüngeren Kindern ist die Nachmittagsbetreuung wichtig; bei älteren zuerst die Fortsetzung der Fächer. Die Grazer Schulliste und der Österreich-Leitfaden ergänzen die Auswahl.
Freundliche Orientierung, keine formale Beratung. Termine immer bei der Schule prüfen.